App Test: Drachenzähmen leicht gemacht (School of Dragons)

Drachenzähmen leicht gemacht (oder auch DreamWorks Dragons) ist eine Filmreihe des amerikanischen Animationsstudios DreamWorks, die 2010 ihren Anfang nahm und zahlreiche kleine und große Fans begeistern konnte. Darin geht es um Hicks, den schmächtigen Sohn eines Wikingerhäuptlings, der sich, entgegen aller Konventionen der Wikinger, mit dem Drachen Ohnezahn anfreundet.

Wer seitdem davon träumt, Hicks nachzueifern, für den ist die App „Drachenzähmen leicht gemacht“ sicherlich interessant. Ich bin allerdings nicht der erste, der sich das denkt – die App verzeichnet lt. Google Play Store bereits 10 – 50 Millionen Downloads. Grund genug, das Spiel mal etwas unter die Lupe zu nehmen.

MMORPG – Kann man das essen?

Eines vorweg: der Umfang des Spiels ist riesig und ich kann nicht jede Kleinigkeit testen. Ich habe das Spiel jedoch angespielt und denke, dass ich einen guten Eindruck davon habe, in welche Richtung es gehen wird.

Das Spiel ist ein sogenanntes MMORPG – kurz für Massively Multiplayer Online Role Playing Game. Diese Art von Spielen zeichnet sich dadurch aus, dass eine große Anzahl von Spielern auf einem Server zusammen spielt (d.h. man kann sich im Spiel über den Weg laufen). Ein weiteres Merkmal dieser Spiele ist auch, dass sie meist kein richtiges Ende haben und man immer irgendeine Mission (auch Quest genannt) machen kann, oder es immer etwas zu verbessern gibt.
Man erstellt sich zu Beginn eine Spielfigur, welche man dann immer weiter verbessert und sich mit Ihr eine Art Existenz im Spiel aufbaut.

Besorgte Eltern werden Parallelen zum oft verteufelten Spiel „World of Warcraft“ erkennen.

Berechtigt ist das einerseits schon, andererseits nicht. Natürlich kann man sich in einem Videospiel komplett verlieren, aber dafür braucht es kein World of Warcraft. Das schaffen Leute, die es darauf anlegen, auch schon mit Candy Crush oder Farmville.

Das Spielprinzip

Mifusson

Mifusson

Man startet in dem Spiel als ein junger Wikinger, bei dem man Geschlecht, Aussehen und Kleidung nach belieben einstellen kann. Mein Wikinger heißt Mifusson. Parallelen zu unserem Blog Mifus Family sind natürlich rein zufällig. Kurz nach dem Spielstart erhalte ich auch schon meinen eigenen Drachen, den ich auf den Namen Rofulino getauft habe. Zusammen wehren wir einen Angriff der Barbaren ab, bei dem ich praktischerweise gleich lerne, wie man fliegt und angreift. Die Steuerung, sowohl zu Fuß, als auch auf dem Rücken des Drachens, ist etwas komisch, funktioniert nach kurzer Eingewöhnungszeit aber problemlos und intuitiv.

Die Charaktererstellung is recht simpel

Die Charaktererstellung is recht simpel

Danach lerne ich zu angeln, was eine der vielen Nebenbeschäftigungen des Spiels darstellt, zudem kann man sich eine Farm einrichten, auf der man Tiere hältund Feldfrüchte anbaut. Daneben gibt es noch zahlreiche Orte, die man besuchen kann, Missionen zu bestehen und Drachen zu zähmen. Hat man sich darum gekümmert, wartet die Hauptgeschichte darauf, weitergespielt zu werden. Es gibt in dem Spiel also immer etwas zu tun und immer etwas, dass man noch schnell erledigen kann.

Dragons 8

Angeln ist nur eine der vielen Nebenbeschäftigungen im Spiel

Das motiviert ungemein und fesselt einen geradezu an das Spiel.

Ganz schön gemacht finde ich dabei, dass immer wieder Clips aus den Kinofilmen untergebracht werden, die das Ganze etwas auflockern.
Auch haben die Entwickler immer wieder Aspekte ins Spiel eingebaut, bei denen die Kinder ein bisschen was über Naturwissenschaften lernen können. Viel ist es nicht, aber immerhin etwas.

Technisch gibt es an der App meiner Meinung nach Nichts auszusetzen. Die Grafik ist nicht gerade der Wahnsinn, aber für ein Handyspiel durchweg ok. Im PlayStore wird oft von Abstürzen und Spielabbrüchen geredet, was ich allerdings nicht nachvollziehen konnte. Bei mir kam es zu keinerlei Abstürzen oder Rucklern.

Was mich stört

Mifusson und Rofulino

Mifusson und Rofulino

Allerdings gibt es auch einige negative Punkte an der App, die den Spaß für Eltern etwas trüben könnten.

Einerseits erfordert es schon etwas Überblick und Organisationstalent, sich um diese ganzen Dinge zu kümmern, andererseits ist es auch recht zeitaufwendig. Sollten eure Kinder also dazu neigen, eh schon zu viel Zeit mit Handy, Tablet, PC und Co. zu verbringen, ist dieses Spiel nicht gerade die beste Idee. Die App nervt euch nämlich sogar mit Push-Mitteilungen, wenn ihr länger nicht reingeschaut habt.

Auch solltet ihr euch bewusst sein, dass man die Möglichkeit hat, mit anderen Spielern per Chat zu interagieren. Das birgt bei kleineren Kinder natürlich einiges an Gefahrenpotential.

Des Weiteren gibt es wie so oft die Möglichkeit, im Spiel eine ganze Menge Geld auszugeben. Es gibt einige Dinge (coole Drachen wie Ohnezahn zum Beispiel), bei denen es zwei Möglichkeiten gibt, sie zu erhalten. Eine ganze Menge Spielzeit investieren oder einfach Geld ausgeben, bzw. sich ein Premium Abo für gewisse Zeit zu kaufen. Die Funktion, Geld auszugeben, kann zwar deaktiviert werden, dass es möglich ist die Sachen zu kaufen, sehen die Kinder aber trotzdem. Wer also Gequengel a la‘ „Ich will aber den Drachen XY“ haben aus dem Weg gehen will, sollte seinen Kindern eventuell eine andere App zum Spielen geben.

Fazit: mich hat die App zwar überzeugt und ich werde das Spiel bestimmt noch etwas verfolgen, würde es aber nicht für jeden Drachenzähmen leicht gemacht Fan empfehlen. Gerade jüngere Kinder könnten vom Umfang überfordert sein oder sich ein bisschen in der Größe des Spiels verlieren. Auch die Onlineanbindung und die Bezahlfunktionen sind für kleinere Kinder wohl nicht so ideal.

Für ältere Fans ist sie aber bestimmt interessant. Es braucht zwar etwas Zeit, bis man sich richtig im Spiel zurecht findet, danach ist es aber sehr fesselnd. Alles in allem ist es ein spaßiges und umfangreiches Rollenspiel.